Manueller Spam

In letzter Zeit entdecke ich in verschiedenen WordPress-Blogs wieder häufiger manuell erzeugte Spam-Kommentare. Mit “manuell erzeugt” meine ich, dass diese Kommentare nicht von Spambots automatisch an zigtausend Blogs gesendet werden, sondern dass Kommentare von echten Personen geschrieben werden mit dem Ziel, einen Backlink zu erhaschen. (Ich habe grundsätzlich nichts gegen Backlinks, außer sie dienen lediglich der Suchmaschinenoptimierung). Diese Kommentare enthalten meistens eine tatsächlich zum Artikel passende Antwort aber irgendwo versteckt sich dann ein Link zu einem Shoppingangebot oder etwas Ähnlichem. Und meistens besteht so ein erschlichener Backlink aus mehreren Kommentaren. Ein Beispiel:

Leser XY schreibt 3 Kommentare zu 3 verschiedenen Artikeln. Die Kommentare sind gut und passen tatsächlich zu den jeweiligen Artikeln. Diese 3 Kommentare enthalten keine Links, auch seinem Namen verlinkt der Leser nicht. In einem weiteren, inhaltlich korrekten Kommentar platziert der Leser dann einen Link zu der Website, für die er einen Backlink haben will. Meistens handelt es sich bei diesen Links um Angebote in Onlineshops oder Vergleichsportalen. Mit den 3 ersten Kommentaren prüft der Leser also, ob seine Kommentare freigeschaltet werden und erschleicht sich das Vertrauen des Blogbetreibers. Und mit dem 4. Kommentar schlägt der Spammer zu.

Wie man diese Art von Spam in WordPress automatisch filtern kann? Gar nicht. Da hilft weder Antispam Bee, noch NoSpamNX, noch Akismet. Selbst das beste Antispam-Plugin kann solche Kommentare nicht erkennen, weil sie nicht die üblichen Eigenschaften eines Spamkommentars aufweisen (bekannte Spammer-IP, einschlägige Keywords, Links usw.) Da hilft nur, alle Kommentare zu moderieren und aufmerksam zu lesen. Zum Thema Kommentarmoderation hatte ich hier schon einmal ein paar Gedanken aufgeschrieben.

Wie sind eure Erfahrungen? Bekommt ihr auch solche Kommentare? Wie geht ihr damit um? Löscht ihr die Kommentare komplett oder lediglich den Link?

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19 Kommentare

  1. Das ist eine eigenartige Beobachtung. Ich habe auch ab und an links in Kommentaren bei mir gefunden, wo ich zunächst dachte: Interessant. Jetzt müsste ich diese Links eigentlich nochmal durchgehen und mir die entsprechenden Seiten durchschauen, aber ich denke, das werde ich einfach von jetzt an tun. Tatsache ist jedoch, dass SEO nicht mehr etwas ist, was jeder selbst für seine Homepage macht, sondern das ist ein Business, was ausgelagert wird wie jedes andere auch. Das kann man gut oder schlecht finden, eigentlich zeigt es auch nur, dass das Internet kein lustiges Paralleluniversum ist, sondern ein Abbild der kapitalistischen Welt in der wir leben.

  2. Ich sag mal so: Wer sich die Mühe macht, einen sachlich passenden und nicht offensichtlich banalen Kommentar zu formulieren und dadurch zum Wert deines Blogs beizutragen(!), soll ruhig eine kleine Belohnung in Form eines Backlinks erhalten.

    Und mal ganz generell gesprochen: Warum musst du den Wert des Links bestimmen – soll doch Google sich seinen Reim darauf machen, die verdienen schließlich auch Geld mit der Verwertung des Linkgraphen in den Suchergebnissen.

    1. Danke für deinen Kommentar, Robert!

      Ich stimme dir voll und ganz zu: wer gute Kommentare schreibt, darf natürlich auch gern seine Website verlinken. Völlig OK! Hier im Blog gibt’s die Backlinks ja sogar ohne no-follow. Ich denke, das zeigt, was mir gute Kommentare wert sind und dass ich sie gern belohne.

      Wenn ich aber feststelle, dass jemand (dessen Identität übrigens nicht nachprüfbar ist), auf einem Unternehmensblog nur kommentiert, um im 4. Kommentar versteckt in einem Nebensatz einen Link zu einem konkurrierenden Unternehmen platzieren, ist für meinen Geschmack eine Grenze erreicht und ich werte das als Spam.

      1. @ Robert,

        zu deinem zweitem Absatz:
        „Und mal ganz generell gesprochen: Warum musst du den Wert des Links bestimmen – soll doch Google sich seinen Reim darauf machen, die verdienen schließlich auch Geld mit der Verwertung des Linkgraphen in den Suchergebnissen.“

        Erstens:
        soweit ich weiß beurteilt G nicht nur den Link, sondern auch woher er kommt. Somit fällt es dann auf die Seite zurück.
        Sollte dieses Kriterium auch noch nicht so zum Ausschlag kommen, sollte dieses Kriterium mehr Wert bekommen, dürfen wir alle unsere Seiten bereinigen. Im Index stehen wir dann aber schon.

        Zweiten:
        ich hätte gerne wiederkehrende Besucher die nicht genervt sind von blöden Links, hunderten von Popups etc.
        Ich achte auf Usability und dann so was.

        Ich weiß nicht wie es Euch geht, ich hätte gerne eine saubere Seite, eine Seite, an die ich morgen nicht noch mal ran muss (wenn es geht). Halt eine Seite die gerne wieder besucht wird.

        Gruß Frank

  3. Hallo Matthias,
    das Problem habe ich auf meiner Hauptseite nicht, da ich alle Kommentar Funktionen ausgeschaltet habe. Auf der Seite bedarf es keinerlei Kommentare und die anderen Seiten humpeln z.Z. ein bisschen.
    Doch beschäftige ich mich mit dem Thema allein aus Gründen für die anderen Seiten wo ich mir Kommentare wünsche.

    @Markus: „Da bei mir der erste Kommentar eines neuen Kommentators stets genehmigt werden muss“ Diese Funktion NIEMALS einschalten. Denn dann passiert genau das, was Matthias hier schreibt.
    >Die nächsten Kommentare mit dem Spam Link rutschen dann durch.<
    Und die Links aus solchen Kommentaren zu löschen?
    Nein, nicht mit mir. Die verschaffen mir zusätzliche Arbeit und dafür soll ich sie noch mit einem Backlink belohnen? Ganz bestimmt NICHT.

    @Sascha: nein, es ist nicht Sch… Egal! Es könnten auch Links zu Illegalen Seiten sein.
    Diese Links auf Legalität zu prüfen kann es auch nicht sein – denn dazu nur soviel = Bundesregierung, Provider und Vorratsdatenspeicherung.

    Was ich bislang gelesen und gelernt habe:
    Niemals Kommentare automatisch frei geben, es sei denn es ist ein Freund geworden, der schon seit min. einem halben Jahr schreibt.
    Jeden Kommentar anschauen und dann erst …

    Doch unsicher bleibt das auch, denn schauen wir doch mal auf diese Seite. In diesem Kommentarfeld kann ich oben eine URL auf meine Website setzen.
    Doch ist es meine Website oder habe ich da schon den Spam reingesetzt?

    Es ist meine URL, doch wie man sieht ist da schon die erste Gefahr und wenn ich diese Funktion ausschalte, dann kommen solche Spammer wie die von Matthias beschrieben, auch nicht vorbei.
    Es bedeutet jedoch auch, dass es keine Backlinks mehr gibt und die wollen und brauchen wir ja alle.

    Es bleibt also nur manuelles abarbeiten der Kommentare und das warten auf eine baldige komfortablen Lösung.

    1. Hallo Frank! Stimmt, an die Einstellung mit dem einen genehmigten Kommentar sollte man auch denken. Das URL-Feld in den Kommentaren zu deaktivieren, ist für mich keine Option. Wir freuen uns alle über Backlinks und „leben davon“. Und bei mir gibt’s die sogar ohne no-follow.

  4. Hallo zusammen,

    den Kommentar von Sascha (Spam-Links stören nicht) kann ich so nicht unterschreiben. Wie unseriös wirkt ein Blog, das sich als Werbeplattform für Unternehmen missbrauchen lässt? Wie „doof“ wirkt ein Blogger der scheinbar keinen Blog-Spam erkennt? Und überhaupt: Wenn sich Unternehmen so einfach und quasi kostenlos Backlinks sichern können, entgehen der gesamten Bloggergemeinde unter Umständen interessante Kooperationen und Werbeeinnahmen.

    Letztes Jahr haben meine Kollegen und ich die Aktion „Spammer der Monats“ ins Leben gerufen -> http://mrcrowley.de/testbericht/spammer-des-monats-maerz/

    So kann man den Spieß umdrehen und die Spammer vorführen. Die überlegen es sich dann bestimmt zwei Mal bevor sie wieder „aktiv“ werden. Leider erhalten wir aber so gut wie gar keinen manuellen Spam, sodass die Aktion eingeschlafen ist. Stattdessen gehen ca. 3.000 automatisch generierte und englischsprachige Kommentare ein.

    Viele Grüße
    Crowley

  5. In meinem Blog habe ich die Einstellungen für Kommentare einfach dahingehend geändert, dass Kommentare, die das Wort V**** enthalten, gleich im Spamordner landen. Angebote für V*****, C*****, V***** etc. will ich auf meiner Beagle-Seite schließlich nicht haben. Das erleichtert die Arbeit zumindest.

    1. Ja, so kann man sich sicher einiges an Spam fern halten. Aber Kommentare mit solchem Inhalt sind meist eh automatisch erzeugt und werden von Antispam-Plugins gut erkannt. Mir geht es im Artikel ja eher um die handgefertigten „SEO-Kampagnen“ in den Kommentaren.

  6. Ich habe bei mir das Problem, dass ich mit dem Spam so zugemüllt werde, dass ich schon nicht mehr weiss was ich da machen soll. Die Email ist immer anders, der Name und die IP auch, es wird immer auf die selbe Seite Verlinkt mit V****-Verkäufen. Ich habe heute wieder 1500 stück drin. Kann man da was machen? Ich meine auf die Blackliste setzen macht auch wenig Sinn, da ja die Daten immer geändert werden. Help!

  7. Na ja, solche Links tun mir nicht weh, das stimmt schon. Aber bei mir gehts ums Prinzip: Keine gewerblichen URLs.

    Da bei mir der erste Kommentar eines neuen Kommentators stets genehmigt werden muss, wähne ich mich auf der sicheren Seite, dass der Müll es nicht ins Frontend schafft. Ich entferne solche Links, und teile das in einer kurzen Notiz im Kommentar auch mit. Wer sich so „ertappt“ fühlt, kommt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wieder.

    Zudem ermöglicht es mir das Plugin „Comment Probation“, den Kommentar freizuschalten, ohne dem Kommentator anschließend freie Hand zu geben. Er ist quasi auf Bewährung.

  8. Gedanke, nicht zuende gedacht. Schadet dir der Link? Oder ist er wohlmöglich sch**-egal? Wenn er auf nichts illegales linkt, dann sch** doch drauf. Warscheinlich lohnt sich der Aufwand nicht darüber nachzudenken.

    1. Naja, einem Unternehmen kann es unter Umständen schon schaden, wenn die Kommentare Links zum Wettbewerb enthalten. Bei privaten Blogs ist das nicht so dramatisch, da stimme ich dir zu.