Piwik für die Webanalyse von WordPress-Websites nutzen

PabstWP Beitragsbild Piwik

Piwik ist eine Webanalyse-Software, die nach eigener Aussage das Ziel hat, eine Open-Source-Alternative zu Google Analytics zu sein. Und diesem Anspruch wird Piwik in der aktuellen Version durchaus gerecht, denn der Umfang der Analysemöglichkeiten steht dem von Google Analytics in fast nichts nach.

Der große und entscheidende Unterschied zu Webanalyse-Tools wie Google Analytics oder den WordPress.com Stats ist, dass Piwik auf dem eigenen Server installiert wird. Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist das ein maßgeblicher Vorteil, denn alle erhobenen Analysedaten bleiben im Besitz des Website-Betreibers und werden nicht auf im Ausland stehenden Servern gespeichert, wo andere Datenschutzbestimmungen gelten oder sie von kommerziell agierenden Unternehmen weiter verwendet werden. Der Website-Betreiber hat die 100%-ige Hoheit über die Daten.

Piwik 2.4

 

Nachfolgend ein paar Tipps, wie man Piwik installiert, für die Nutzung mit WordPress optimiert und für die lokalen Datenschutzbestimmungen anpasst.

Installation der Piwik Webanalyse-Software

Piwik erfordert einen Webserver mit PHP 5.1.3 und MySQL 4.1 oder höher. Die Installation der Software ist ähnlich einfach wie die Installation eines WordPress-Blogs. Zunächst lädt man die aktuellste Version der Software von der Piwik-Website herunter, entpackt die ZIP-Datei und lädt die Dateien über FTP in das gewünschte Verzeichnis auf dem eigenen Server. Piwik kann in einem Unterverzeichnis der eigenen Website installiert werden, also z.B. http://meine-website.de/piwik/. Besser finde ich jedoch die Installation in einer Subdomain (http://piwik.meine-website.de), da man so eventuelle Konflikte mit der Verzeichnisstruktur und den Permalinks der Website umgeht. Nachdem man noch eine Datenbank angelegt hat, kann man den Installationsassistenten durch Aufruf des gewählten Verzeichnisses starten. Der Assistent enthält die üblichen Schritte wie Erfassung des Datenbankzugangs und Anlegen eines Administrator-Kontos. Während der Installation kann auch gleich eine Website eingetragen werden, die künftig mit Piwik analysiert werden soll. Weitere Websites können später im Bereich „Alle Webseiten“ hinzugefügt werden.

Installation des WordPress-Plugins WP-Piwik

Am Ende der Installation bietet Piwik einen Codeschnipsel an, den man in den Footer der Website (Template footer.php im eigenen Theme) einfügen kann. Komfortabler ist jedoch die Verwendung des WordPress-Plugins WP-Piwik. Das Plugin fügt den Code an der entsprechenden Stelle ein und lässt sich so konfigurieren, dass z.B. eingeloggte Benutzer nicht mit analysiert werden. Darüber hinaus hat man direkt im WordPress-Backend Zugriff auf die Statistiken, ähnlich wie bei den WordPress.com Stats.

Stationäre und mobile Nutzung

Für die Analyse der erhobenen Daten stehen eine Reihe von Anwendungen zur Verfügung. Zunächst gibt es natürlich das Dashboard, in das man sich durch Aufruf des Piwik-Verzeichnisses auf dem Server einloggen kann. Das Dashboard lässt sich komfortabel nach den eigenen Erfordernissen anpassen und auf den Seiten Besucher, Aktionen, Verweise und Ziele lässt sich die Website bis ins kleinste Detail analysieren. Möchte man mit mobilen Endgeräten auf sein Piwik-Konto zugreifen, stehen Apps sowohl für iOS als auch für Android zur Verfügung, die kaum Wünsche offen lassen. Zur Nutzung muss in der App die URL zur eigenen Piwik-Installation und ein geheimer Schlüssel eingegeben werden, der im Bereich „API“ abgerufen werden kann.

Datenschutz

Um den deutschen Datenschutzbestimmungen gerecht zu werden, müssen noch ein paar Dinge beachtet werden.

  1. Um die erfassten IP-Adressen zu anonymisieren, sollte unter –> Einstellungen –> Plugins das Plugin „AnonymizeIP“ aktiviert werden. Im Bereich „Privatsphäre“ kann danach noch ausgewählt werden, wie viele Bytes der IP-Adresse maskiert werden sollen (empfohlen: 2 Bytes).
  2. Im Impressum sollte ein Datenschutzhinweis angezeigt werden, der den Besucher über die Verwendung von Piwik aufklärt. Einen hervorragenden Generator für Datenschutzhinweise findet man im Blog der Rechtsanwälte Schwenke & Dramburg (spreerecht.de). Weitere Informationen zum Datenschutzmuster für Piwik gibt es auch in diesem Artikel auf spreerecht.de.
  3. Beim Datenschutzhinweis im Impressum sollte dem Besucher auch die Möglichkeit eines Opt-Out gegeben werden, d.h. er kann der Erhebung der Daten widersprechen und dafür ein Cookie setzen. Einen Code-Schnipsel für diese Option bekommt man ebenfalls im Piwik-Dashboard unter –> Einstellungen –> Privatsphäre. Wer es komfortabler mag, kann auch das WordPress-Plugin No Piwik for me verwenden.

Fazit

Piwik ist eine Webanalyse-Software mit sehr umfangreichen Analyse-Möglichkeiten, die schnell und unkompliziert auf dem eigenen Webserver (oder Webspace) installiert werden kann. Mit ein paar kleinen Anpassungen kann man datenschutzrechtliche Bedenken erheblich reduzieren.

Hier noch einmal alle Links:

Nutzt ihr Piwik? Falls nicht, welche Tools nutzt ihr für die Analyse eurer Website?

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28 Kommentare

  1. Danke für diesen hilfreichen Artikel. Nach einiger Überlegung habe ich nun auf meiner Webseite Google Analytics durch Piwik ersetzt. Ich möchte meinen Besuchern einfach mehr Sicherheit hinsichtlich ihrer Daten bieten und denke Piwik ist dafür genau das Richtige!

    SG Snow

  2. Guter Artikel, vielen Dank! Auch wenn ich selbst Google Analytics benutze, überlege ich auf Piwik umzusteigen, da eine echte Open-Source Alternative zu Google eine gute Sache ist. Außerdem weiß man nie, welche Daten Google alles abgreift…

  3. Habe gerade in der aktuellen Piwik-Version gesehen, dass sowohl Cookie-Lifetime (Kommentar Kilian 29.10.13) möglich ist, als auch dass AnonymizeIP Teil der Standardeinstellmöglichkeiten geworden ist (Hauptartikel oben). Danke für den tollen Beitrag, ein Update mit den datenschutzkonformen Neuerungen in Piwik könnte ihn noch etwas nützlicher machen 🙂

  4. Gibt es eine Möglichkeit, im Plugin die Cookie-Lifetime für Piwik zu ändern?
    Dies ist ja meines Wissens für die „datenschutzkonforme Nutzung“ notwendig, da sie standardmäßig auf 2 Jahre eingestellt ist.

    1. Habe jetzt dies noch genannt bekommen, Do Not Track. Wenn ich das richtig verstehe kann jeder bei seinem Browser einstellen ob er gezählt werden will oder nicht oder es ist schon voreingestellt. So oder so ähnlich. Dann hat sich das mit den Countern ja irgendwie ganz erledigt. Man hält sich halt einen weil man das möchte und es toll findet^^. Aus den Webmaster-Tool kann man ja auch noch ein bisl ablesen.

  5. Im Piwik Forum hat man mich auf die FAQ verwiesen wo was zum zählen von Piwik steht. Ist Englisch, Englisch kann ich nicht so gut aber mithilfe vom google Translator gings dann so halbwegs^^. Da stand dann auch sowas wie das Adblock und noscript diese Jaca Script Geschichte von Piwik blocken kann. Nun heute verwendet doch fast jeder diese Teile, ich auch, somit dürfte doch das Ergebnis von Piwik ganz schön daneben liegen oder seh ich das falsch?

  6. Habe seit ca 2 Wochen nun Piwik auch am testen. Bisher hatte ich das Plugin Count per Day dafür im Einsatz. Was mir auffällt, Piwik zählt vielleicht 10 – 20% der Besucher von Count per Day. Da ich auch Affiliate Links habe und dort Klicks und Umsätze generiert werden, die aber Piwik nicht zählt, frage ich mich ob Piwik für WordPress wirklich optimal ist.

    1. Interessante Erkenntnis. Ich habe über ein Jahr lang Piwik und Google Analytics parallel getestet und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass Piwik im Durchschnitt 6% mehr Besuche zählt als Google Analytics. Ich nehme an, die Differenz entsteht, weil viele Besucher GA über Browser-Addons blocken.
      Bist du dir sicher, dass Count per day richtig getrackt hat? Hattest du zum Vergleich noch ein anderes Tool? Vielleicht hat Count per day auch die Bots getrackt? Oder vielleicht auch die in WordPress eingeloggten Besucher?

      1. Ihr werdet mit unterschiedlichen Analysetools nie die gleichen Werte sehen, da sie alle ihre eigenen Algorythmen und z.B. Sessiontimings nutzen. Hab mal gelesen, dass Unterschiede von 10-15% da durchaus normal sind. Ich würde mich auf ein Tool konzentrieren und dann nur die Tendenzen beobachten, tut am Anfang evtl. weh. Welche Zahlen ehrlich oder nahe am richtigen Wert sind wird man wohl nie erfahren.

        1. Vollkommen richtig. Aber bei Karsten sind es ja 80-90% Abweichung. Da stimmt bei einem der Tools was nicht. Ich habe mich für meine Websites jetzt übrigens für Piwik als einziges Tool entschieden.

        2. Das ist mir vollkommen klar das man mit jedem Tool eine andere Anzahl Besucher bekommt, da jedes anders zählt. Mir ist dieser unterschied von ~ 85% aber zuviel. Count per Day hat einen Filter zum ausfiltern von Bots mit drinne. Ich muss auch nicht 100 Besucher stehn haben und mich freuen, wenns nur 10 oder 20 wirklich sind ^^. Hatte auch mal den Plugin Autor kontaktiert aber habe da auch nichts genaueres erfahren. Nun mich im Piwik Forum mal angemeldet und gefragt aber kam auch noch nichts bei rum.
          Gerade einmal für einen neuen Blog der erst wenige Wochen on ist geschaut. CpD zählt 3 Besucher für heute, Piwik keinen. In der DB des Blogs finde ich bei Referer einen direkt Aufruf und einen über google und einen ohne Referer. Na ich werde mal weiter beobachten und schaun ob ich irgendwo noch Infos her bekomme.

  7. Man muss dazu sagen, dass das WordPress Piwik Plugin die PHP Funktionalitäten FOpen() und/oder cUrl erfordern, die bei fast keinem Free-WebHoster verfügbar sind!!
    Also lieber schnell manuell die footer.php editiert!!

  8. Pingback: Umstieg auf Analysetool Piwik | Der Kamener
  9. Ich bin vor ein paar Tagen auch weg von GA und nutze nun Piwik, am besten gefällt mir hinsichtlich des Datenschutzes, dass die Daten nicht von Google weiterverarbeitet werden können.

  10. Hallo, ich verbringe bereits Stunden damit piwik bei mir zu installieren. Ich habe alle youtube Videos durch aber eine Frage, für mich als Laie zumindest, bleibt offen. In welchen Ordner soll ich das bei Filezilla schieben? Das geht in jedem Tutorial unter, und ich habe ehrlich gesagt Angst, irgendwas kaputt zu machen. Ich habe die folgenden Ordner: htdocs, cgi-bin und logfiles. Ich habe vorher noch nie Daten auf den Webspace übertragen, daher auch meine „blöde“ Frage… Ich würde mich über eine Antwort wirklich sehr freuen.

    1. Schau bitte mal, wie ich es im Abschnitt „Installation“ beschrieben habe. Der einfachste Weg ist, wenn du in deinem Webspace einfach ein neues Verzeichnis anlegst (z.B. „piwik“), und dort die Software installierst.

  11. Meine Erfahrung ist, dass Piwik für „kleinere“ Websites und sicher auch für Blogs okay ist. Für größere Seiten aber an seine Grenzen stößt. Wir müssen z.b. häufiger mal Excel Exporte machen und da gibt es eine Begrenzung soweit ich weiß, 200 Einträge oder so. Ein paar Dinge, die mir jetzt nicht einfallen. Ich bin froh, dass wir die Rechtsabteilung endlich davon überzeugen konnten wieder GA einsetzen zu dürfen, nachdem wir etracker und etliche andere Tools durchhaben.

    1. Keine Frage: GA ist und bleibt sicher noch eine Weile der Platzhirsch. Aber für kleine Sites kann Piwik durchaus eine Alternative sein. Vor allem, wenn man eben keine Rechtsabteilung hat, schläft man mit Piwik vielleicht ein wenig ruhiger. 🙂

      1. ja das stimmt, und wenn man die Daten lieber bei sich hat und keine Lust sich ständig mit diesen deutschen Datenschutzthemen zu beschäftigen 🙂