WordPress.com vs. WordPress.org

Hin und wieder werde ich gefragt, was denn besser ist: ein kostenloses Blog bei WordPress.com oder ein selbstinstalliertes WordPress-Blog bei einem Webhoster. Darauf antworte ich meist: „Es gibt kein besser oder schlechter, es gibt nur Unterschiede mit Vor- und Nachteilen.“ In der Tat hängt es stark von den Ansprüchen des Bloggers ab und zu welchem Zweck er ein WordPress-Blog betreiben möchte. Um eine kleine Entscheidungshilfe zu geben, habe ich mal ein paar Fakten zusammengetragen.

Kostenloses WordPress.com-Blog

Diese WordPress-Blogs sind auf Servern von WordPress.com bzw. Automattic installiert und können als Service genutzt werden. Aktuell betreibt das Unternehmen ca. 11,4 Mio. Blogs. Um ein kostenloses WordPress.com-Blog einzurichten, besucht man die Seite http://de.wordpress.com/signup/, wählt eine Blogdomain und einen Blogtitel und schon ist man fertig. Zeitaufwand: ca. 1 Minute.

Weitere Fakten im Überblick:

Vorteile:

  • kein Installationsaufwand
  • WordPress-Software ist immer auf dem aktuellsten Stand
  • einfache Einbindung von Bewertungen und Umfragen
  • Einbindung von Widgets in die Sidebar
  • hohe Verfügbarkeit durch mehrere Rechenzentren
  • kostenlos

Nachteile:

  • keine eigene Domain*, nur Subdomain nach dem Schema meinblog.wordpress.com (oder .de) möglich.
  • Speicherplatzbeschränkung auf 3 GB*
  • kein Upload von MP3s und HD-Videos*
  • Blog kann nur mit vorgegebenen Themes personalisiert werden
  • CSS kann nur beschränkt angepasst werden*
  • Werbeeinblendung*
  • Anzahl privater Nutzer auf 35 begrenzt*
  • keine Installation von Plugins möglich, z.B. für Formulare, SEO, Social Networks Integration, Galerien etc.
  • kein eigenes Backup möglich

* Diese Beschränkung kann gegen eine Gebühr aufgehoben werden.

Eigenes WordPress.org-Blog

Für ein eigenes WordPress-Blog benötigt man eine Domain, Webspace mit FTP-Zugang und PHP & MySQL und die WordPress-Software. Diese ist Open Source und z.B. hier erhältlich: http://de.wordpress.org/. Aktuell gibt es ca. 13,8 Mio. aktive Installationen.
Für die Einrichtung muss die Software entpackt und per FTP auf den Server geladen werden. Ein Installationsassistent hilft dann bei der Einrichtung der Datenbank und der Installation der Software. Zeitaufwand: ca. 5 Minuten.


Weitere Fakten im Überblick:

Vorteile:

  • eigene Domain
  • völlige Gestaltungsfreiheit durch eigene Themes
  • Installation von Plugins
  • keine Einschränkungen bei Größe, Dateiformaten, Anzahl Nutzern
  • keine Werbeeinblendung
  • Zugriff auf Dateien und Datenbank (z.B. für Backup)

Nachteile:

  • WordPress muss per FTP auf den Webspace geladen und installiert werden.
  • WordPress- und Pluginupdates müssen selbst installiert werden.
  • Backups müssen selbst erstellt werden.
  • Es entstehen Kosten für Webhosting und Domainregistrierung.
  • Grundkenntnisse in den Themen Webserver, PHP, MySQL, HTML, CSS sind empfehlenswert.

Fazit

Beide Möglichkeiten haben ihren Reiz. Ein WordPress.com-Blog ist superschnell installiert und man muss sich nicht um die Aktualität der Software kümmern. Eine eigene Installation hingegen bietet mehr Gestaltungsfreiheit und Flexibilität.

Wer WordPress oder das Bloggen im Allgemeinen erst einmal testen möchte, dem empfehle ich, zunächst ein kostenloses WordPress.com-Blog anzumelden. Möchte man später doch eine eigene Installation, kann man die Inhalte (Artikel, Seiten, Medien) problemlos umziehen.

Bei der Installation und Gestaltung eines eigenen WordPress-Blogs stehe ich Euch natürlich gern zur Verfügung.

Links

WordPress.com-Blog anmelden: http://de.wordpress.com/signup/
WordPress-Software herunterladen: http://de.wordpress.org/
Offizielle Beschreibung der Unterschiede zw. WordPress.com und WordPress.org: http://en.support.wordpress.com/com-vs-org/

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3 Kommentare

  1. Hallo Matthias,
    ich habe mir vor einigen tagen eine .org domain auf wordpress besorgt und befürchte, das ich doch lieber erst die kostenlose Version nehmen hätte sollen, da ich keine Ahnung von FTP etc habe…kann man wieder auf eine kostenlose Adresse umsteigen?

  2. Pingback: der wohn-blogger umzug « wohn-blogger